FÖJ Programm

Das FÖJ auf dem Eulenhof

1. Allgemeines zum FÖJ
2. Weiterführende Infos und Links zum FÖJ
3. Erfahrungsberichte ehemaliger FÖJler*innen

Seit 1996 ist der Eulenhof bzw. früher die Sedus Stoll Gärtnerei als Einsatzstelle für FÖJs bei der Landeszentrale für Politische Bildung Baden-Württemberg registriert. Anfangs mit nur einer FÖJ Stelle, aber mittlerweile mit zwei Stellen, die jährlich zum 1. September neu besetzt werden.

Tägliche/regelmäßige Arbeiten: 
Die FÖJler*innen arbeiten ein Jahr lang bei den vielfältigen und saisonal wechselnden Aufgaben bei uns auf dem Hof mit. Die Aufgabengebiete umfassen tägliche und regelmäßige Aufgaben wie die Gemüseernte sowie die Vor- und Aufbereitung des Gemüses für den Verkauf. Dazu kommt die mehrmals wöchentliche Mitarbeit auf dem Markt, im Hofladen und beim Richten der Biokisten sowie die Versorgung der die tägliche Versorgung der Hühner (füttern, Eier aus den Nestern nehmen und allgemeine Tierpflege).

sinah marktUnregelmäßige/saisonale Arbeiten:
Gleichermaßen haben die FÖJler*innen die Möglichkeit, bestehende Kenntnisse zu erweitern und neue Fähigkeiten zu erwerben, sei es bei saisonbedingten Aufgaben wie Säen, Pikieren, Pflanzen, Hacken, Setzen von Jungpflanzen und Kulturpflegearbeiten oder bei der Instandhaltung von Ställen, Werkzeug und Maschinen. Auch das Kennenlernen und Durchführen biologischer Pflanzenpflegemaßnahmen gehört dazu.

Bildungs- und Betreuungsprojekte: 

heuwagenSoziale Kompetenzen werden auf unserem Hof intensiv geschult. Die FÖJler*innen leiten übers Jahr verteilt ca. 25 Wwoofer*innen aus aller Welt und junge Waldorfschüler*innen an. Neu dazu gekommen ist 2017 die Zertifizierung zum Lernort Bauernhof, so dass die FÖJler*innen auch in die Planung und Durchführung von Veranstaltungen mit Schulklassen einbezogen sind.
Des Weiteren kooperiert der Eulenhof mit der Stoll Vita Stiftung und ermöglicht es den FÖJler*innen, an verschiedenen Projekten wie dem kleinen Forschertag oder dem Tag der offenen Gartentür aktiv teilzunehmen.

team hacken3 Medium

Einmalige Aktionen und Projekte: Teilnahme an einem Motorsägekurs, Durchführung von Kinderveranstaltungen in den Sommerferien, Naturschutzprojekte, Planung einer Hofführung.

Das wünschen wir uns von dir:
Fähigkeit und Wunsch, nach Einarbeitung selbständig zu arbeiten sowie im Folgeschritt auch Anleitungsfunktionen zu übernehmen, Teamfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Durchsetzungsvermögen und hohe soziale Kompetenz. Fähigkeit, komplexe Sachverhalte zu verstehen und eine hohe Motivation, Neues zu lernen sowie eine große Offenheit unserem internationalen Team gegenüber.
Bereitschaft für überwiegend körperliche Arbeit im Freien und regelmäßige Mitarbeit am Wochenende. Führerschein erwünscht. Nur Nichtraucher*innen.

Gemüserichten LydlSophieDas kannst du bei uns lernen: Lernfelder und Bildungsmöglichkeiten: Neben den oben schon erwähnten gärtnerischen Fähigkeiten lernen die FÖJler*innen eigenverantwortliches Arbeiten, sinnvolle Arbeitsorganisation, erhalten einen vertieften Einblick in die betriebswirtschaftlichen Hintergründe sowie Praktikant*innen und WWOOFer*innen anzuleiten. Nebenbei können sie bei uns ihre Sprachkenntnisse auffrischen, da im Sommer bei uns viel Englisch gesprochen wird durch unsere zahlreichen WWOOFer*innen.

Bei uns geht es um mehr als die reine Arbeit in einer Gemüsegärtnerei; für uns ist das ein Lebenskonzept, was wir tun. Wir beschäftigen uns mit den vielfältigsten Themen wie Vollwerternährung, Veganismus, der Pflege des Fairteilers, den wir in Dogern mit aufgebaut haben oder der Essbaren Gemeinde sowie mit Fragen zur Nachhaltigkeit. Zu diesen und weiteren Themen könnt ihr sehr viel von uns lernen und euch selber mit einbringen, experimentieren und engagieren.

Andrea HuehnerSonstige Hinweise: Die FÖJler*innen sind in einem separaten Haus untergebracht, welches sie während der Vegetationszeit mit allen auf dem Hof anwesenden Praktikant*innen und WWOOFer*innen teilen (Hausgemeinschaft mit bis zu 10 weiteren Menschen).

Der Hof liegt am Rande des Dorfes in Fahrradnähe zur großen Kreisstadt Waldshut-Tiengen, wo auch der Wochenmarkt stattfindet. Es bestehen sehr viele Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung wie Wandern oder Skilanglauf im Schwarzwald, Schwimmen im Rhein, Ausflüge zum Bodensee, nach Zürich oder Basel mit dem Zug (Dogern hat einen eigenen Bahnhof mit exzellenten Anbindungen). Hier ein wunderschöner Film zur Ferienwelt Südschwarzwald.

Das vollwertige Frühstück findet morgens mit dem ganzen Team bei den „Hofeltern“ statt und mittags wird gemeinsam in der Sedus Werkskantine gegessen (vegetarisches Vollwertessen möglich) bzw. seit diesem Jahr kochen alle mittags zusammen, die sich rein vegan ernähren möchten. Abends verköstigen sich die FÖJler*innen selber. Unser eigenes Gemüse ist für sie kostenlos und unser Keller ist ein kleiner Bioladen, aus welchem sie sich vollständig versorgen können.

Der Urlaub sollte überwiegend im Winter genommen werden. Zum besseren gegenseitigen Kennenlernen ist ein Probearbeitstag erwünscht.

Der Eulenhof auf facebook: www.facebook.com/EulenhofDogern sowie auf https://www.instagram.com/eulenhofdogern/ 

Unten findet ihr Berichte von ehemaligen FÖJler*innen, die einen sehr guten Einblick in die Arbeit, die Anforderungen und das Leben auf unserem Hof geben.

Unsere beiden Plätze für 2021 / 2022 sind besetzt. Bitte keine Anfragen mehr stellen.

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Weiterführende Infos zum Freiwilligen ökologischen Jahr:

www.foej.de und www.foej-bw.de

Presse Carla LauraPressebericht zum FÖJ auf dem Eulenhof Zwei Wochen auf dem Eulenhof haben ausgereicht, um den bisherigen Studienwunsch von Carla Olbrich zu kippen: Biochemie hatte die 19-Jährige aus Tübingen, die seit dem 1. September ein Freiwilliges Ökologisches Jahr in der Gemüsegärtnerei in Dogern absolviert, ursprünglich studieren wollen. „Mir wurde klar, dass man dabei viel zu viel Zeit drinnen verbringt, ganz anders als hier.“ Draußen sind Carla Olbrich und ihre FÖJ-Kollegin Laura Kauz tatsächlich beinahe den gesamten Tag über: Egal ob sie auf dem Wochenmarkt Gemüse verkaufen, mit dem Fahrrad Bestellungen ausliefern oder auf dem Feld Kohlköpfe ernten. (Südkurier, 13.10.15)

Bericht über ein FÖJ-Seminar, Juni 2015
Sophia schreibt: Wir haben mit 20 FÖjlern eine Schutzhütte und eine Himmelsliege auf der Nordseite des Feldbergs gebaut. Dazu gehört, buddeln und betonieren der Fundamente, sägen, schleifen, hämmern, nageln, und immer wieder alles austarieren. Erstaunlich, was man mit einer Gruppe ungelernter, aber motivierter Kräfte schaffen kann. Am Ende wurde unsere Arbeit mit einem super Essen und einer Einweihungsfeier gewüdigt. Das Ganze hat wirklich Spaß gemacht, vor allem, weil man am Ende sehen konnte, was man geschaffen hat.

Bericht über ein FÖJ-Seminar, Juni 2012 
Nass und dreckig? Geht schon. 16 junge Leute aus ganz Baden-Württemberg bauen auf dem Felsele Waldspielplatz zwei neue Attraktionen. 

Landeszentrale für Politische Bildung Baden-Württemberg


 

Erfahrungsbericht FÖJlerin Julia Schicke, 2020-2021

Nun darf auch ich auf ein lehrreiches, wundervolles, einfach perfektes Jahr zurückblicken. Julia1Es fing alles mit einem völlig verregneten Wechselwochenende und sehr vielen fremden Personen an. Nach den anfänglichen Überforderungen (Zucchinigröße, verschiedene Kisten, Geduldübung am Markt, …) und mit der Einarbeitung von Leno (ein riesen Dankeschön nochmal dafür) habe ich mich relativ schnell sehr wohl gefühlt. Die Vielfalt an Gemüse und sonstigen Aufgaben hat mich schon von Anfang an sehr beeindruckt. Die anfänglichen Schwierigkeiten am Markt haben sich schnell in Luft aufgelöst, das Biokistenpacken ging immer leichter von der Hand und die Tages- und Wochenaufgaben wurden klarer. Ab dem Frühjahr habe ich mich auch immer auf einen Markt mit Ulli oder Birgit mit super schönen Gesprächen zwischendurch und nebenbei gefreut.

Julia2Als die kalte Jahreszeit näher rückte stand eine Woche Fasten (oder bei mach Einem auch drei) an. Für mich war das eine neue aber gleichzeitig auch eine positive Erfahrung. Winter heißt am Eulenhof Feldsalatsaison. Man lernt wie schwer es ist genau 1kg Feldsalat abzuschätzen und wie kalt Finger wirklich werden können (sehr sehr sehr kalt). Vor Weihnachten wurde dann noch der Chickentrailer angeliefert. Somit konnte das neue Jahr mit einem erfreulichen Ereignis starten: Der Einstallung von 230 Junghennen. Im Januar und Februar waren die Arbeitstage zwar kürzer, aber dafür die Gespräche mit Anna, Lena und Vincent bei mehreren Kannen „Alles Liebe -Tee“ umso tiefgründiger. Auch wenn die Schneelandschaft beim Schlittenfahren und Gemüseernten sehr idyllisch ist, hat der Schnee weitere Aufgaben geschaffen. Beispielsweise mehrere Stunden Schneeschippen oder mehrere Wochen Gewächshäuser reparieren. Anfang März war dann Baubeginn der Sauna inklusive Baggerfahren und Betonieren.

Das Frühjahr wurde mit längeren Tagen, mehr Freiwilligen und wöchentlichen Jungpflanzenlieferungen eingeläutet. Julia3Ab jetzt verflogen die Wochen bis zum Ende des FÖJs im Nu. Es wurden jegliche Kulturen wie Tomaten, Gurken, Salate, Kartoffeln gepflanzt, aber auch viele gesät wie Bohnen, Kürbisse, Rote Bete… Es war sehr schön, diesen Kulturen beim Wachsen zuzusehen und sie zu kultivieren. Die Erntezeit ist dann natürlich noch schöner, wenn man die ersten eigenen Tomaten oder Bohnen in den Händen hält. Zwischendurch wurde Anna und mein handwerkliches Geschick beim Bau des Häuschens für die Komposttoilette unter Beweis gestellt.

Aber natürlich kam die Freizeit nie zu kurz. Von den vielen Wanderungen (Feldberg, Brisen, …), Fahrradtouren, Langlauftagen und Schlittenfahrten über diverse Abende mit Musik, Spielen, Lagerfeuern, Saunagängen, Filmen und Diskussionen bis zu Volleyballmatchen und Rheinbesuchen.

Julia4Der Eulenhof ist ein einzigartiger Ort. Ich habe mich immer wertgeschätzt und verstanden gefühlt. Man konnte sich zu jeder Zeit frei ausleben und eigene Vorschläge wurden gehört.

Ich verlasse den Eulenhof mit sehr viel mehr Selbstbewusstsein, Wissen, Geduld, Offenheit, Lockerheit und vielem Mehr. Und mit vielen wundervollen Erinnerungen im Herzen.

Ein großes Dankeschön an Alle, die ich kennenlernen durfte und die das Jahr so perfekt gemacht haben. Danke an euch 3 Gärtner für die „6:00 Uhr Ernten“ und, dass ich so sehr von euch profitieren und lernen konnte. Ein riesen Danke geht natürlich an meine FÖJ-Kollegin Anna, die für mich ein Ruhepol war und einen Rat immer parat hatte. Auch wenn wir sehr verschieden sind, haben wir uns immer sehr gut ergänzt.Julia5

Und zu guter Letzt auch ein riesen, riesen Dankeschön an euch Beide, Ulli und Markus. Ihr habt einen so tollen Ort geschaffen, an dem Menschen unterschiedlichen Alters harmonisch zusammenarbeiten, teilweise auch wohnen, sich aktiv austauschen und lernen. Ihr habt immer eine Geschichte, eine Aufmunterung oder ein Lächeln in Petto und seid mit Rat und Tat zur Stelle. ICH DANKE EUCH VON GANZEM HERZEN FÜR ALLES!!! Es hätte nicht besser sein können.

Bis Bald, eure Julia

Erfahrungsbericht FÖJlerin Anna Schmidt, 2020-2021

Der Versuch ein Jahr auf eine Seite runterzubrechen (14.09.2021)

Ein FÖJ auf dem Eulenhof, das ist nichts was man mal nebenbei macht. Nach meinem Umweltwissenschaftsstudiumanna1 entschloss ich mich die akademische Welt eine Zeitlang zu verlassen, um zu schauen, was das Leben noch so zu bieten hat. Ich war voller Tatendrang und Entdeckerinnengeist und bereit mich voll und ganz auf das Hofleben, die Arbeit und die Menschen einzulassen. Ich wurde nicht enttäuscht. Rückblickend betrachte ich das FÖJ wie ein reich gedecktes Buffet (selbstverständlich vegan), bei dem man nur zuzugreifen braucht um sich das rauszusuchen, was einen neugierig macht, was Appetit auf mehr macht. Da gibt es die alltägliche Arbeit im Betrieb. Im Herbst haben wir tonnenweise Kürbisse vom Feld geholt, im Winter kistenweise Feldsalat in die Erde gebracht (und wieder raus – für mich nicht die erfreulichste Tätigkeit), im Frühjahr die lang ersehnte „Betriebs“sauna in den Garten gestellt und im Sommer Grundschulkindern durch Kartoffelsammeln und Hühnerstreicheln einen Eindruck vom Hof vermittelt. Bei so vielen wechselnden Tätigkeiten waren der wöchentliche Markt- oder Hofladenverkauf eine willkommene Entspannung vom turbulenten Hofleben und immer eine nette Gelegenheit zum Plausch mit Ulli oder bio wt4Birgit. Den Unterschied von einem schönen Jahr zu einem wahrlich außergewöhnlichen Jahr haben für mich allerdings die Menschen gemacht, also die festen Mitarbeitenden sowieso um die 40 (!) weitere Freiwillige und Praktikant*innen, die über das Jahr Teil unseres Hofes waren. Als allererstes sind da natürlich Ulli und Markus zu nennen, die einen Ort geschaffen haben, an dem so viele Leute in einem tollen Team miteinander arbeiten, lernen und lachen können. Ich habe viele inspirierende Gespräche und lebhafte Diskussionen geführt; Zuspruch, Rat und Trost erhalten und geben können. Das möchte ich nicht missen. Es ist immer und überall Raum für Fragen und Erklärungen. Ich habe die Erfahrung gemacht, wie schnell man mit Menschen in Kontakt treten kann, wenn man auf engem Raum zusammenlebt, wieviel man von anderen lernen kann. Und ehe man sich versieht, wird aus einer fremden Person ein Freund oder eine Freundin. Nicht unerwähnt bleiben darf meine liebe Co-Föjlerin Julia. Gerade weil wir so verschieden sind, haben wir uns, wie ich finde, wunderbar ergänzt. Als krönenden Abschluss unseres gemeinsamen Jahres haben wir ein, sagen wir, funktionales und kreatives Kompostklohäuschen fertiggestellt. Ohne sie hätte ich dieses Jahr bestimmt nicht so gut überstanden, denn ich wusste immer: auf Julia ist Verlass. Neben der Arbeit war ein meist gut gefülltes Activityboard Teil unseres FÖJs, was mir viele erinnerungswürdige Erlebnisse beschert hat. Wir waren wandern und skifahren, wir haben Film- und Vorleseabende anna2veranstaltet, waren im Winter im Rhein schwimmen und im Sommer in der Sauna. Wir haben Volleyball und Gitarre gespielt und am Lagerfeuer gesessen. Wir haben auch ziemlich viel gegessen. Ein Höhepunkt – im wahrsten Sinne des Wortes – war für mich unsere Alpenwanderung zum Brisen, auf die ich seit Beginn hin gefiebert hatte. Es war spannend zu beobachten, wie mit jedem neuen Menschen in der Villa andere Dinge und Aktivitäten in den Vordergrund rückten.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass ich im Laufe des Jahres viel über mich selbst herausgefunden habe (in so einem Umfeld führt da kein Weg dran vorbei). Es ist nicht immer einfach sich gewissen Tatsachen zu stellen und Fragen für sich zu klären. Was brauche ich von mir selbst? Was brauche ich von anderen? Wie ist mein Umgang mit all den Herausforderungen und Anforderungen? Endgültige Antworten habe ich natürlich nicht gefunden und es gab genug Tage, die nicht so toll liefen und an denen ich Zweifel hatte. Aber ich kann sagen, dass es sich lohnt, sich auf den Weg zu machen. Nur Mut! Eigenverantwortlichkeit ist für mich ein Schlüsselaspekt. Um bei meiner anfänglichen Metapher zu bleiben: sich die Leckereien vom Buffet bewusst selbst auswählen anstatt nur das zu nehmen, was einem zufällig in die Hände fällt. Und dabei ganz wichtig: Man darf auch Fehler machen. Man darf die Brucheier aus Versehen übereinander stapeln, drei Kisten Salat zu viel ernten und die eigenen Kapazitäten überschätzen. Und man darf sich aufregen und ein bisschen jammern. Aber man darf auch aus Fehlern lernen und akzeptieren, dass man nicht für alles verantwortlich ist. Nach einem Jahr war es für mich ein guter Zeitpunkt den Eulenhof zu verlassen und mit den neuen Erfahrungen meinen Weg weiter zu beschreiten. Aber ich weiß, dass ich, wie so viele vor mir, zurückkommen darf und das vor allem unbedingt möchte. Es ist ein schönes Gefühl willkommen zu sein.

Dies ist ein Versuch in Worte zu fassen, was das vergangene Jahr für mich bedeutet. Klappt leider nicht mal annährend. Falls jemand mehr wissen möchte, hilft nur eins: Man muss selber ran!

Erfahrungsbericht FÖJler Leo, 2018-2019

20200327 181307Mein FÖJ auf dem Eulenhof ist jetzt vorbei und ich blicke auf eine prägende, lehrreiche, aber vor allem auf eine Zeit mit unvergesslichen Momenten zurück. Nachfolgend werde ich versuchen mein FÖJ in einem Bericht zusammenzufassen.

Doch beginnen wir von vorne. Ich kam, wie die meisten, frisch aus der Schule, hatte gerade mein Abitur gemacht und wollte nun an der frischen Luft arbeiten und draußen sein anstatt ständig nur zu sitzen.

Als ich Ende August auf den Hof kam, wurde ich von allen herzlich aufgenommen. Ulli und Markus haben mit viel Geduld mit der Einarbeitung begonnen. Anfangs war ich zwar überfordert, kam dann aber schneller zurecht als ich es mir am Anfang vorgestellt habe. Dazu trugen auch Laura und Carla bei, die meiner Kollegin Lena und mir nicht nur wichtige Tipps für die Arbeit gegeben haben, sondern uns auch in das Villa leben eingeführt haben.20200331 094506

Nach den ersten zwei Monaten, in denen noch einige Freiwillige da waren und viel Trubel herrschte, kam dann der ruhigere Winter. Im Winter habe ich auch meine Kollegin Lena besser kennengelernt und wusste schnell zu schätzen, was für eine zuverlässige, strukturierte und reflektierte Person mir für mein weiteres FÖJ zur Seite stehen wird. Ich konnte mich auf Lena immer verlassen, vor allem als wir den Betrieb zwei Wochen nahezu alleine geführt haben. Auf diese Zeit blicke ich mit einem gewissen Stolz zurück, da wir die „Reifeprüfung“ trotz einiger Widrigkeiten ganz solide gemeistert haben.

Erfahrungsbericht FÖJlerin Lena, 2018-2019

Ein Jahr auf dem Eulenhof ist für mich vergangen und es fällt schwer, diese 12 Monate voller einzigartiger Erlebnisse und erster Erfahrungen in Worte zu fassen. In diesen 12 Monaten ist so viel mehr passiert, als ich es mir davor je hätte vorstellen können. palettensofa2

Nach der Schule habe ich mir gewünscht endlich mal richtig nach draußen zu kommen, praktische Erfahrungen zu sammeln, mit den Händen zu „schaffen“. Das habe ich definitiv bekommen.

In meinem FÖJ habe ich gelernt was es bedeutet, den ganzen Tag draußen zu arbeiten und auch, wie sehr ich als Gärtnerin vom Wetter abhängig bin. Ich habe die Natur so intensiv und vielseitig erlebt wie nie zuvor – beim hacken auf dem Feld in der brütenden Mittagshitze des Hochsommers oder wenn man sich die Finger abfriert beim Feldsalat schneiden im Januar bei Nullgraden.

lena marktSo habe ich erfahren, dass es viel Kraft und Energie erfordert das ganze Jahr körperlich im Freien zu arbeiten und habe gelernt unsere Lebensmittel, die wir täglich konsumieren, viel mehr Wert zu schätzen.

Doch nicht nur was den Anbau von Biogemüse angeht, habe ich in diesem Jahr viel gelernt – ich schätze größere Erkenntnisse habe ich auf zwischenmenschlicher Ebene erlangt.

Vom ersten Tag an wurde ich herzlich in das Team aufgenommen und auch wenn die viele Verantwortung am Anfang definitiv überfordert, wächst man doch umso mehr an den Herausforderungen und bekommt Unterstützung und Erklärungen - wenn man nur genug Fragen stellt.

villaEgal ob es um das bunte (und manchmal auch chaotische;)) Leben in der Villa, die Abendgestaltungen oder die Ausflüge am Wochenende geht – man findet immer Personen die Lust haben, etwas zu unternehmen und mit denen man sich in guten Gesprächen über Gott und die Welt austauschen kann.

In diesem Jahr habe ich mich außerdem selbst besser kennengelernt und habe erfahren was echte Teamarbeit bedeutet. So konnte ich auch in schwierigen Zeiten immer auf die Unterstützung von meinem FÖJ Partner Leo zählen. Zusammen haben wir kleine und große Herausforderungen bewältigt und haben gelernt, gelassener mit Ausnahmesituationen umzugehen, in denen man erstmal komplett überfordert ist. So blicke ich jetzt doch mit einem gewissen Stolz zurück. Man lernt einfallsreich zu werden, wenn man 500 ausgebüchste Hühner am Sonntag Morgen wieder einfangen muss oder man spontan zu zweit einen ganzen Marktverkauf übernimmt. 

Erfahrungsbericht FÖJlerin Sarah, 2017/2018

Im Folgenden möchte ich versuchen all die Erfahrungen, die ich letztes Jahr gesammelt habe, zusammenzufassen. Doch ehrlich gesagt weiß ich gar nicht wo ich da anfangen soll. DSC 1059

Vielleicht einfach ganz am Anfang:

Mein FöJ begann wie bei vielen anderen auch am Ende des Sommers, in dem wir unsere Schule gerade beendet hatten und nun auf der Suche nach etwas Neuem (oder einfach irgendetwas) waren. Und da war so ein „FöJ“, von dem man bis dato noch nichts gehört hatte, doch ein ganz wunderbarer Start. Es bot uns etwas Arbeit, ein klein wenig Geld und ein Vertreib gegen die Ahnungslosigkeit unseres zukünftigen Ichs. Doch was ich letztlich bekommen habe war so viel mehr als das.

goldenrulesDer Einstieg in die Arbeitswelt Anfang September 2017 war durchaus anstrengend, zu Teilen auch sehr stressvoll. Ich- komplett gärtnerunerfahren- hörte so einiges Neues über Anbau, Gemüsesorten, Arbeitsleben etc. Neben den ganzen Arbeitsanweisungen, denen man natürlich immer Folge zu leisten hatte (lasse dich NIEMALS beim Tragen einer Kiste ohne Rolli erwischen!), kam dann auch noch das WG-Leben dazu. Da ich bisher noch bei meinen Eltern gewohnt hatte war auch diese Erfahrung komplett neu für mich. Zu Beginn ging ich noch davon aus, dass ich weiß wie man ein Badezimmer putzt, doch schnell lehrte mich Nadine neue und effektivere Methoden.