Newsletter vom 15. September 2013

Wir bemühen uns seit Jahren, auf unserem Hof in verschiedenen sozialen und ökologisch wirksamen Bereichen besonders zu sein. Nachfolgend stellen wir Ihnen ein Projekt aus dem Bereich Tierschutz vor, welches wir mit Ihrer Unterstützung umzusetzen möchten:

Bislang werden auch in der biologischen Hühnerzucht die Hähne direkt nach dem Schlüpfen aussortiert und getötet, da sie weniger Fleisch als Masthähnchen ansetzen und deshalb "unwirtschaftlich" sind. Wir wollten bei dieser aus unserer Sicht unnötigen Kükentötung nicht mehr mitwirken und haben die "Brüderküken" der von uns eingestallten Legehennen von einem BIOLAND Betrieb aufziehen und erst nach 18 Wochen schlachten lassen. Diese Hähnchen bieten wir Ihnen ab sofort als Tiefkühlhähnchen im Hofladen freitags an. Auf Bestellung können Sie die Hähnchen auch an anderen Tagen nach Absprache bei uns kaufen.

Da die "Bruderhähne", wie oben beschrieben, bei der Mast wesentlich weniger Gewicht zunehmen als übliche Masthybriden, ist auch für uns deren Aufzucht zunächst unwirtschaftlich, da wir über den Verkaufspreis des Fleisches die Aufzuchtkosten nur zu ca. 50 % erlösen können, denn sonst wäre das Fleisch unbezahlbar. Bei uns kostet ein "Bruderhahn" 9,90€/kg. Unsere Alternative ist deshalb ein Eierpreis mit Solidaritätszuschlag. Er soll dazu beitragen, die Aufzucht der männlichen Legehennenküken zu finanzieren. Der Solidaritätszuschlag wird 2 Cent pro Ei betragen.

Wenn Sie jetzt denken, da werden die Tiere ja auch geschlachtet, wenn auch nicht direkt als kleines Küken nach dem Schlüpfen, haben Sie natürlich vollkommen recht. Sie müssen dabei allerdings bedenken, dass diese aufgezogenen Hähnchen die sonst zusätzlich ausgebrüteten Masthybriden ersetzen. 1,6 Mio. männliche Küken werden alleine im Biobereich in Deutschland jährlich am ersten Lebenstag "entsorgt".

Eine Alternative zum frühen Töten der Küken wäre das Erkennen männlicher Küken schon vor dem Brüten, aber soweit ist man technisch noch nicht.

Eine andere Alternative wäre die Verwendung von sogenannten "Zweinutzungshühnern", aber auch hier ist man noch ganz am Anfang, da sich die Züchter von Legehennen jahrzehntelang nur mit der Optimierung der Legeleistung und der Eierqualität beschäftigt haben und darüber die "Brüder" vergessen haben bzw. einseitig die Zucht von schnellwachsenden Masthybriden voran getrieben haben, die ihrerseits auch wieder nur bedingt für tierschutzgerechte Aufzucht in Biobetrieben geeignet sind.

Dort, wo Eier von Zweinutzungshühnern produziert werden, muss der Verbraucher bislang aufgrund der schlechten Wirtschaftlichkeit von Hühnern und Hähnen in der Regel über 50 cts. pro Ei bezahlen. Für die Zukunft sehen aber auch wir in der Züchtung und dem Einsatz von Zweinutzungshühnern die beste Alternative.

Neben der Aufzucht der "Bruderhähne" haben wir in der letzten Woche auch Hähne zu unseren Hühnern mit eingestallt, damit diese für ein "familiäres" Miteinander in unserem Hühnerstall sorgen. Eine natürliche Folge ist ab jetzt aber, dass manche Eier einen Keimfleck haben, der vom Bespringen des Hahns herrührt, bäuerlich erfahrenen Menschen auch bekannt als "Hahnentritt". Früher sind auf Höfen immer Hühner und Hähne gehalten worden, heute ist dies auch auf Biohöfen völlig unüblich geworden, weil, wieder wie oben, "unwirtschaftlich".

Machen Sie mit bei der Auswahl eines Namens für unsere neuen Eier - der Geflügelhof Rothäusle, der unseren Naturkostgroßhändler RINKLIN beliefert und auch einen Teil der "Bruderhähne" mit aufzieht, nennt diese speziellen Eier "Hennen Gockel Ei". Denkbar wären aber auch Tierschutzei oder Eulengockelei - für weitere originelle Ideen sind wir dankbar. In einem Wettbewerb suchen wir eine Bezeichnung für unsere besonderen Eier. Mailen Sie uns Ihre Ideen anDiese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Die Namensgeber erhalten von uns ein originelles Geschenk als Dankeschön.

Vor Jahren haben viele Menschen der Bio-Bewegung mit bewusstem Verhalten zu Veränderungen in der Landwirtschaft beigetragen. Kein Tier darf wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit getötet werden - mit dem von uns erhobenen Solidaritätszuschlag können Sie einen Beitrag zum "tierwürdigen" Leben leisten.

Noch legen unsere neuen Hühner vereinzelt Eier, aber bald werden es wieder mehr werden - wir würden uns freuen, wenn Sie auch weiterhin mit einem guten Gewissen Eier bei uns kaufen und in Ihrem Umfeld Werbung für unsere besondere Hühnerhaltung machen würden. 

Hühnchen und "Bruderhähnchen" können Sie immer als Tiefkühlfleisch freitags im Hofladen oder auf Vorbestellung an jedem anderen Tag bei uns bekommen.