Newsletter vom Januar 2020

Liebe Freunde und Freundinnen, Kundinnen und Kunden des Eulenhofs,

Erst einmal euch allen ein frohes Neues Jahr! Wir starten mit viel frischem Elan, neuen Ideen und einem sehr gut aufgestellten Team in die neue Saison.

Bereits angelaufen ist die Planung für den Anbau von Luffagurken – ein Projekt, welches wir mit einem Startup-Unternehmen aus Hamburg angehen wollen. Wir bauen die Gurken an und die Hamburger kümmern sich um die Vermarktung der ökologischen Spülschwämme. Wir sind sehr auf das Projekt gespannt und freuen uns auf eine spannende, auch für uns, neue Kultur.

Des Weiteren planen wir, ein heizbares Anlehngewächshaus zu bauen, um dort Ingwer und Okraschoten anzuziehen und zu pflanzen. Nutzen können wir dafür die Wärme, die wir mit unserem modernen Holzofen mit Holzvergasertechnologie für unser Praktikantenhaus produzieren. So können wir auch kälteempfindliche Kulturen in kleinem Stil anbauen. Lilafarbene Kartoffeln stehen auch auf unserer Agenda und ansonsten stellen wir uns wieder so breit auf wie in den Vorjahren.

Und in der Gründüngung wollen wir neue Wege gehen und unser Gemüse mit Silage und frischem Kleegras füttern – hier ein Denkanstoß:

Gründüngungen haben verschiedene positive Auswirkungen auf die Bodenstruktur, Aktivität des Bodenlebens und den Nährstoffhaushalt. Dass die Gründüngung eine wertvolle Investition in die nahe und fernere Zukunft ist, wird dabei oft zu wenig hoch eingeschätzt. Als neue Idee nutzen wir den vorzugsweise jungen und an Stickstoff reichen Aufwuchs zur Nährstoffversorgung anderer Flächen. Dazu ernten und silieren wir das Grüngut vom Frühjahr bis zum Herbst, um den Zeitpunkt und den Ort des Einsatzes frei bestimmen zu können. Was sonst der Rinderpansen macht, wird in diesem Fall der Milchsäuregärung beim Silieren und anschließend dem Bodenleben überlassen.

Gut zubereitete Grünsilage aus Kleegras ist weitgehend unkrautfrei, hat einen beachtlichen Nährstoffgehalt und trägt mit einem wesentlichen Beitrag zur Eigenversorgung unseres Eulenhofs mit Stickstoff bei. Die Silagen werden entweder wie Mist vor der Kultur eingearbeitet oder als Mulch verwendet.

Anwendung fand das Silageverfahren bisher bei uns im Gewächshaus, zum Beispiel bei Tomaten oder Gurken. Wir werden aber zukünftig mehr und mehr Kleegrasschnitte frisch oder als Silage im Freiland einsetzen. Der Arbeitsaufwand ist dabei gegenüber einer Lösung mit organischen Handelsdüngern deutlich größer. Zudem können in der Mulchvariante Schnecken Probleme machen. In der Abwägung beurteilen wir das Verfahren aber positiv, da sich die Pflanzen sehr gut entwickeln, unser betrieblicher Nährstoffkreislauf sich noch mehr verbessert und die Wasserversorgung des Bodens ausgeglichener ist.

Ein Dank noch an alle Hühnchenkäuferinnen und –käufer. Der Großteil der Hühner ist verkauft worden; einen kleinen Teil haben wir noch eingefroren, so dass wir eine eiserne Reserve für euch haben, wenn ihr noch mehr Bedarf habt :=)

Und hier ein Veranstaltungshinweis: am kommenden Samstag, 18. Januar, findet die jährliche Demo „Wir haben es satt“. Essen ist politisch!“ statt. Der Demeterhof Gasswies in Rechberg organisiert die Fahrt zur kleinen Schwesterdemo nach Tübingen. Nähere Infos findet ihr hier. Seit 2011 wird in Berlin für eine Landwirtschaft, in der Tiere artgerecht gehalten, Umwelt und Klima geschützt werden, gutes Essen für alle erzeugt wird und Bauern faire Preise für ihre Produkte erhalten, demonstriert. Seit drei Jahren gibt’s einen kleinen, aber feinen Demo-Ableger in Tübingen. Die Stimmung dort ist hervorragend, kämpferisch, aber nicht ideologisch-vergiftet und es macht Freude, durch die schönen Straßen und Gassen von Tübingen zu ziehen. Wenn Ihr Familie habt, nehmt doch einfach Eure Kinder mit, die geht’s schließlich auch an, denn gutes Essen schützt das Klima!